Christoph Sonntag
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Cover Busorakel

DAS BUSORAKEL - Ein Blick ins Buch

Ausführliche Inhaltsbeschreibung

Wir schreiben das Jahr 2048. Jeden Tag bringen der Pfleger und sein Azubi den schweigsamen Alten mit seinem seltsamen Rollstuhl zum Bus. Nach ungefähr einer Stunde holen sie ihn wieder ab.

Der Azubi ist erst seit kurzem im Pflegeheim, der Buspassagier und sein Rollstuhl mit den beiden Monitoren, über die unentwegt Buchstabenreihen laufen, interessieren ihn brennend. Eines Tages lässt sich der Pfleger breitschlagen und erzählt ihm in der letzten Raucherkneipe der Stadt die Geschichte des Buspassagiers.

Es war in der Zeit um die Jahrtausendwende. Der Alte war damals so gegen dreißig und verdiente sich seinen Lebensunterhalt mit Bus fahren. Nicht als Fahrer, nein, als Passagier. Ein Vertrag mit seinem Vater wollte es so. Um sich die Zeit beim Bus fahren zu vertreiben, spielte der Alte seinerzeit immer ein bestimmtes Spiel. Er lauschte den Gesprächen seiner Vorder-, Hinter- und Nebensitzer ganz genau, notierte sich Namen, Telefonnummern und Adressen – und dann begann sein Spiel: Er telefonierte, und indem er telefonierte, spielte er Schicksal. Die einen gab er der Lächerlichkeit preis, den anderen hielt er in Eulenspiegelmanier den Narrenspiegel entgegen, wieder andere ließ er über ihre eigene Habgier stolpern. Er ist Gehilfe des Schicksals. Dass er mit seinem Spiel in das Schicksal anderer eingreift, will er nicht wissen. Eines Tages jedoch wird er, ohne es zunächst zu merken, vom Macher zur Spielfigur seines eigenen Spiels.

Dieses liegt schon etwas zurück. Damals hatte er dem Vertreter einer Bremsen produzierenden Firma in Barcelona mit verschiedenen Telefongesprächen die Tour vermasselt. Denn der wollte dem KONZERN, einem Kunden, manipulierte Unterlagen als Vertragsbasis unterjubeln. Das zu verhindern gelingt dem Buspassagier auch; den Vertreter, einen echten Kotzbrocken, trifft im Laufe der Verhandlungen der Schlag, es folgen Wachkoma und schließlich der Tod.

Mittlerweile verliebt sich der Buspassagier bei seinen Fahrten im heimatlichen Stuttgart in eine wunderschöne Busfahrerin und will sie heiraten. Was er nicht weiß: wegen eines seiner Spiele hat er den Freitod eines Menschen auf dem Gewissen. Er erfährt davon, weil er im Bus ein Gespräch über den „Bibelcode“ erlauscht , das Schicksalsprogramm schlechthin, in dem alle Menschen und ihre Schicksale verzeichnet sind. Er nimmt es erst nicht ernst, doch die Erkenntnis sucht und findet ihn: Kurz vor seiner Busfahrt zum Standesamt erfährt er durch einen großen, unglaublichen Zufall die schreckliche Wahrheit. Panisches Entsetzen und abgrundtiefer Schock machen sich breit, er ergreift die Flucht, die Hochzeit findet nie statt.

Nach und nach breitet sich das Beziehungsgeflecht zwischen den verschiedenen Romanfiguren vor dem Leser aus, begleitet von vergnüglich-komischen bis satirischen Schilderungen und Kommentaren zu alltäglichen Vorkommnissen der Gegenwart. Nicht zu vergessen die akribische Schilderung der Raucherkneipe Morlok mit ihrem Überwachungssystem, das jeder Terrorbekämpfungseinheit zur Ehre gereichen würde.

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